Sequence-of-Returns-Risiko: Das unterschätzte Problem vor der Rente
Warum die Reihenfolge der Renditen in der Entnahmephase wichtiger ist als der Durchschnitt – und wie ein schlechter Start in den Ruhestand dein Vermögen dauerhaft belasten kann.
Zwei Anleger starten mit demselben Vermögen in den Ruhestand. Beide entnehmen jedes Jahr denselben Betrag. Beide erleben über 30 Jahre dieselbe durchschnittliche Rendite.
Trotzdem kann einer nach 30 Jahren noch ein komfortables Depot haben, während das Vermögen des anderen schon deutlich früher aufgebraucht ist.
Der Grund liegt nicht in der durchschnittlichen Rendite. Er liegt in der Reihenfolge der Renditen.
Dieses Problem heißt Sequence-of-Returns-Risiko. Es ist eines der wichtigsten Risiken in der Entnahmephase, wird in vielen Ruhestandsrechnern aber nur unzureichend sichtbar. Wer aus einem ETF-Depot regelmäßig Geld entnimmt, sollte dieses Risiko kennen, bevor der Ruhestand beginnt.
Was bedeutet Sequence-of-Returns-Risiko?
Sequence-of-Returns-Risiko bedeutet: Bei einem Portfolio, aus dem regelmäßig Geld entnommen wird, entscheidet nicht nur die langfristige Durchschnittsrendite über den Erfolg des Plans. Entscheidend ist auch, wann gute und schlechte Börsenjahre auftreten.
In der Ansparphase ist die Reihenfolge der Renditen zwar ebenfalls relevant. Sie ist aber meist weniger gefährlich, weil regelmäßig neues Geld investiert wird. In der Entnahmephase ist das anders. Dort wird laufend Kapital aus dem Portfolio herausgenommen.
Fallen die Märkte zu Beginn des Ruhestands stark, trifft das Depot in einer besonders empfindlichen Phase. Die Entnahmen müssen dann aus einem bereits geschrumpften Vermögen finanziert werden. Das entnommene Kapital fehlt anschließend bei einer späteren Erholung.
Der Effekt ist einfach, aber folgenreich: Wer in schlechten Marktphasen verkaufen muss, reduziert die Basis, auf der spätere Renditen wirken können.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel
Nehmen wir zwei Anlegerinnen oder Anleger, beide mit denselben Ausgangsdaten:
- Startvermögen: 500.000 Euro
- jährliche Entnahme: 25.000 Euro
- Entnahmequote zu Beginn: 5 Prozent
- Zeitraum: 30 Jahre
- keine Steuern
- keine Kosten
- keine Inflation
- Entnahme jeweils zu Jahresbeginn
Die Annahmen sind bewusst vereinfacht. In der Realität müssten Inflation, Steuerabzüge, Produktkosten und mögliche Anpassungen der Entnahme berücksichtigt werden. Für das Grundprinzip reicht dieses Beispiel aber aus.
Szenario A: Schlechte Renditen zu Beginn
In den ersten zehn Jahren erzielt das Portfolio jedes Jahr minus 3 Prozent. Danach folgen zwanzig Jahre mit jeweils plus 9 Prozent.
Über die gesamten 30 Jahre ergibt sich daraus eine geometrische Durchschnittsrendite von knapp 5 Prozent pro Jahr. Auf dem Papier klingt das ordentlich.
Das Problem: In den ersten Jahren sinkt das Vermögen schnell. Nach zehn Jahren liegt das Depot nur noch bei rund 156.000 Euro. Die jährliche Entnahme von 25.000 Euro entspricht dann nicht mehr 5 Prozent des Startvermögens, sondern etwa 16 Prozent des verbliebenen Kapitals.
Selbst die später guten Börsenjahre reichen nicht mehr aus, um diesen frühen Schaden auszugleichen. In dieser vereinfachten Rechnung ist das Vermögen nach rund 19 Jahren aufgebraucht.
Szenario B: Gute Renditen zu Beginn
Jetzt drehen wir die Reihenfolge um. Zuerst kommen zwanzig Jahre mit plus 9 Prozent. Danach folgen zehn Jahre mit minus 3 Prozent.
Die Renditen sind identisch. Nur die Reihenfolge ist anders.
In diesem Fall wächst das Depot in den ersten Jahren trotz laufender Entnahmen deutlich. Die später schwächeren Jahre treffen ein viel größeres Polster. Nach 30 Jahren verbleiben in der vereinfachten Rechnung noch rund 826.000 Euro.
Das ist der Kern des Sequence-of-Returns-Risikos: Gleiche Durchschnittsrendite, gleiche Entnahme, gleiches Startvermögen – aber ein völlig anderes Ergebnis.
Warum die Entnahmephase besonders empfindlich ist
In der Ansparphase können schlechte Börsenjahre sogar hilfreich sein, sofern regelmäßig weiter investiert wird. Wer per ETF-Sparplan kauft, erhält bei niedrigeren Kursen mehr Anteile für denselben Betrag. Das ist kein Schutz vor Verlusten, aber es mildert den Effekt schwacher Startjahre.
In der Entnahmephase kehrt sich dieser Mechanismus um.
Wer Geld aus dem Depot entnimmt, verkauft Anteile. Fallen die Kurse, müssen für denselben Euro-Betrag mehr Anteile verkauft werden. Diese Anteile fehlen später, wenn sich der Markt erholt.
Deshalb ist Volatilität in der Entnahmephase anders zu bewerten als in der Ansparphase. Schwankungen sind nicht nur unangenehm. Sie können die Tragfähigkeit des gesamten Entnahmeplans verändern.
Besonders kritisch sind die ersten fünf bis zehn Jahre nach Rentenbeginn. Diese Phase entscheidet oft darüber, ob ein Portfolio langfristig stabil bleibt oder früh in eine Abwärtsspirale gerät.
Warum Durchschnittsrechner das Problem unterschätzen
Viele klassische Ruhestandsrechner arbeiten mit konstanten Renditen. Man gibt Startvermögen, Entnahme, Laufzeit und eine angenommene Rendite ein. Am Ende erscheint eine glatte Hochrechnung.
Solche Rechner sind nicht wertlos. Sie zeigen, ob ein Plan unter idealisierten Bedingungen rechnerisch funktionieren könnte. Sie beantworten aber nicht die wichtigere Frage: Wie robust ist der Plan, wenn die Renditen in ungünstiger Reihenfolge auftreten?
Drei Punkte sind dabei entscheidend.
1. Märkte liefern keine konstante Rendite
Eine angenommene Rendite von 5 oder 6 Prozent pro Jahr bedeutet nicht, dass ein Depot jedes Jahr um genau diesen Wert wächst. Kapitalmärkte schwanken. Es gibt sehr gute Jahre, schwache Jahre und tiefe Verlustphasen.
Eine lineare Rechnung glättet genau jene Schwankungen, die in der Entnahmephase besonders wichtig sind.
2. Das Risiko ist zeitlich ungleich verteilt
Ein Verlust von 20 Prozent im ersten Rentenjahr ist viel gefährlicher als derselbe Verlust im 25. Rentenjahr. Im ersten Fall trifft er das gesamte Startvermögen und fällt mit jahrzehntelangen weiteren Entnahmen zusammen. Im zweiten Fall ist der Zeitraum, über den sich der Verlust auswirkt, deutlich kürzer.
Klassische Durchschnittsrechner behandeln beide Fälle oft ähnlich. In der Lebensrealität sind sie es nicht.
3. Die 4-Prozent-Regel ist keine Garantie
Die bekannte 4-Prozent-Regel wird häufig als einfache Faustformel für den Ruhestand zitiert. Vereinfacht lautet sie: Wer zu Beginn des Ruhestands 4 Prozent seines Vermögens entnimmt und diesen Betrag jährlich an die Inflation anpasst, hatte in bestimmten historischen US-Daten über 30 Jahre eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit.
Das ist nützlich, aber keine Garantie. Die Regel basiert auf historischen Marktdaten, bestimmten Annahmen zur Asset-Allokation und einem festen Zeitraum. Sie sagt nicht, dass 4 Prozent in jeder Zukunft sicher sind. Sie sagt auch nicht, dass die Regel für jede Steuer- und Kostensituation, jedes Land und jeden Anlagehorizont passt.
Gerade deshalb sollte man die 4-Prozent-Regel nicht als festen Anspruch verstehen, sondern als Ausgangspunkt für eine realistischere Planung.
Wie groß kann der Unterschied sein?
Das Sequence-of-Returns-Risiko ist nicht nur ein theoretisches Problem. In Simulationen zur Entnahmephase können sich die Endvermögen stark unterscheiden, obwohl die langfristigen Renditeannahmen identisch sind.
Bei einem ungünstigen Verlauf kann das Vermögen vorzeitig aufgebraucht werden. Bei einem günstigen Verlauf kann es trotz Entnahmen deutlich wachsen. Dazwischen liegt eine breite Spanne möglicher Ergebnisse.
Das ist für die Planung unbequem, aber wichtig. Wer nur mit einem Durchschnittswert rechnet, sieht diese Spanne nicht. Wer mit Bandbreiten arbeitet, erkennt dagegen, wie abhängig der Entnahmeplan von den ersten Ruhestandsjahren ist.
Genau hier helfen Monte-Carlo-Simulationen. Sie sind keine Prognose. Sie sagen nicht, wie sich die Märkte tatsächlich entwickeln werden. Sie zeigen aber, welche Ergebnisse unter bestimmten Annahmen möglich sind und wie häufig ein Plan in den simulierten Szenarien funktioniert.
Drei Strategien gegen Sequence-of-Returns-Risiko
Das Risiko lässt sich nicht vollständig beseitigen. Wer investiert bleibt und Geld entnimmt, bleibt Marktschwankungen ausgesetzt. Man kann das Risiko aber reduzieren.
Strategie 1: Ein Liquiditätspolster aufbauen
Eine einfache Möglichkeit ist ein Cash- oder Sicherheitsbaustein für die ersten Jahre des Ruhestands. Dabei werden beispielsweise zwei bis drei Jahresausgaben in Tagesgeld, Geldmarktfonds oder kurzlaufenden sicheren Anlagen gehalten.
Die Idee: In schwachen Marktphasen müssen nicht sofort ETF-Anteile verkauft werden. Die laufenden Ausgaben können vorübergehend aus dem Liquiditätspolster finanziert werden.
Das kann helfen, Zwangsverkäufe nach Kursrückgängen zu vermeiden.
Der Nachteil: Liquidität bringt meist eine niedrigere erwartete Rendite als Aktien. Sicherheit kostet also langfristig Renditepotenzial. Außerdem muss klar geregelt sein, wann das Polster genutzt und wann es wieder aufgefüllt wird.
Strategie 2: Entnahmen flexibel anpassen
Eine starre Entnahme ist besonders anfällig für schlechte Startjahre. Wer jedes Jahr denselben Betrag entnimmt, zwingt das Depot auch in Verlustphasen zu Verkäufen.
Eine flexible Entnahmestrategie kann robuster sein. Dabei wird die Entnahme an die Entwicklung des Portfolios angepasst. In guten Jahren kann etwas mehr entnommen werden. In schlechten Jahren wird die Entnahme reduziert oder zumindest nicht erhöht.
Das schont das Vermögen in kritischen Phasen.
Der Nachteil: Nicht alle Ausgaben sind flexibel. Miete, Krankenversicherung, Energie, Lebensmittel und andere Fixkosten lassen sich nicht beliebig senken. Flexible Entnahmen funktionieren daher vor allem für den Teil des Lebensstandards, der tatsächlich variabel ist.
Strategie 3: Die Asset-Allokation bewusst steuern
Auch die Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen, Geldmarkt und Cash beeinflusst das Sequence-of-Returns-Risiko. Eine sehr hohe Aktienquote kann langfristig attraktiv sein, erhöht aber die Schwankungen zu Beginn der Entnahmephase.
Ein klassischer Ansatz ist ein sinkender Aktienanteil mit zunehmendem Alter. Dadurch soll das Portfolio im Ruhestand weniger stark schwanken.
Es gibt aber auch Gegenmodelle, etwa einen sogenannten Rising Equity Glide Path. Dabei startet die Entnahmephase mit einer niedrigeren Aktienquote. Später wird die Aktienquote wieder erhöht, wenn die besonders kritischen Anfangsjahre überstanden sind.
Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. Eine niedrigere Aktienquote reduziert Schwankungen, senkt aber auch die erwartete Rendite. Eine höhere Aktienquote erhöht die Renditechancen, macht den Plan aber anfälliger für schlechte Marktphasen.
Entscheidend ist nicht die perfekte Formel, sondern eine Asset-Allokation, die zum Zeitraum, zur Risikotragfähigkeit und zur notwendigen Entnahme passt.
Was das für deine Ruhestandsplanung bedeutet
Aus dem Sequence-of-Returns-Risiko ergeben sich einige praktische Konsequenzen.
Plane nicht nur mit Durchschnittsrenditen
Eine Rechnung mit einer festen Rendite kann ein erster Überblick sein. Für eine ernsthafte Ruhestandsplanung reicht sie nicht aus.
Wichtiger ist die Frage: Was passiert, wenn die ersten Jahre schlechter laufen als erwartet? Wie lange reicht das Vermögen dann? Welche Entnahme wäre noch tragfähig? Wie stark müsste der Lebensstandard angepasst werden?
Diese Fragen lassen sich mit einem einfachen Durchschnittsrechner kaum beantworten.
Prüfe deine Entnahmequote realistisch
Eine Entnahmequote von 4 Prozent kann in manchen Konstellationen plausibel sein. In anderen kann sie zu hoch sein. Das hängt unter anderem ab von:
- geplanter Ruhestandsdauer
- Aktienquote
- Kosten
- Steuern
- Inflation
- gesetzlicher Rente oder anderen sicheren Einnahmen
- Flexibilität bei den Ausgaben
- gewünschtem Restvermögen
Wer sehr früh in den Ruhestand geht, braucht sein Vermögen möglicherweise 40 Jahre oder länger. Dann ist eine Entnahmequote, die für 30 Jahre historisch oft funktioniert hat, nicht automatisch geeignet.
Trenne fixe und flexible Ausgaben
Eine robuste Planung unterscheidet zwischen unverzichtbaren Ausgaben und Komfortausgaben.
Fixe Ausgaben sollten möglichst durch sichere Einkünfte, gesetzliche Rente, Betriebsrente, Cash-Polster oder vorsichtig geplante Entnahmen gedeckt sein. Flexible Ausgaben können stärker vom Markterfolg abhängen.
Diese Trennung hilft, in schlechten Marktphasen handlungsfähig zu bleiben, ohne sofort den gesamten Lebensstandard infrage zu stellen.
Simuliere Bandbreiten statt Punktwerte
Bei der Entnahmeplanung ist eine einzelne Hochrechnungszahl wenig aussagekräftig. Sinnvoller ist eine Betrachtung mehrerer möglicher Verläufe.
Eine Monte-Carlo-Simulation kann zeigen, wie oft ein Entnahmeplan unter bestimmten Annahmen funktioniert. Sie kann auch sichtbar machen, wie groß die Spanne zwischen günstigen, mittleren und ungünstigen Szenarien ist.
Wichtig ist dabei die richtige Interpretation: Eine Simulation ist kein Orakel. Sie liefert keine sichere Vorhersage. Sie ist ein Werkzeug, um Risiken, Bandbreiten und Zielwahrscheinlichkeiten besser zu verstehen.
Wie wir Sequence-of-Returns-Effekte in unseren Simulationen abbilden, erklären wir in unserer Methodik.
Wie FONDR bei der Planung helfen kann
FONDR arbeitet mit Monte-Carlo-Simulationen und zeigt nicht nur eine einzelne Hochrechnung, sondern Bandbreiten möglicher Ergebnisse. Für die Vermögensplanung ist das hilfreich, weil es den Blick weg vom Wunschwert und hin zur Robustheit eines Plans lenkt.
Bei Entnahmefragen ist dieselbe Denkweise entscheidend: Nicht der glatte Durchschnitt ist interessant, sondern die Frage, wie ein Plan in ungünstigen Szenarien aussieht.
Wer mit FONDR plant, sieht deshalb nicht nur einen erwarteten Zielwert, sondern unterschiedliche Ergebnisbereiche und Zielwahrscheinlichkeiten. Das ersetzt keine individuelle Beratung, hilft aber dabei, finanzielle Ziele realistischer einzuschätzen.
Häufige Fragen zum Sequence-of-Returns-Risiko
Betrifft das Risiko nur Menschen im Ruhestand?
Am stärksten betrifft es Menschen, die aus ihrem Portfolio regelmäßig Geld entnehmen. Das ist typischerweise im Ruhestand der Fall. Es kann aber auch für alle relevant sein, die eine längere Auszeit, Teilzeitphase oder finanzielle Freiheit aus dem Depot finanzieren wollen.
Ist ein ETF-Depot dadurch ungeeignet für den Ruhestand?
Nein. Ein ETF-Depot kann auch im Ruhestand sinnvoll sein. Das Risiko bedeutet nicht, dass Aktien-ETF ungeeignet sind. Es bedeutet nur, dass Entnahmen sorgfältiger geplant werden müssen als Einzahlungen.
Wichtig sind eine passende Entnahmequote, ausreichende Liquidität, eine realistische Asset-Allokation und die Bereitschaft, den Plan bei Bedarf anzupassen.
Schützt ein Cash-Polster vollständig vor dem Risiko?
Nein. Ein Cash-Polster kann helfen, Verkäufe in ungünstigen Marktphasen zu vermeiden. Es beseitigt aber weder Marktrisiken noch Inflationsrisiken. Außerdem reduziert ein hoher Cash-Anteil langfristig die erwartete Rendite.
Ein Liquiditätspolster ist daher ein Baustein, nicht die ganze Lösung.
Ist eine niedrigere Aktienquote immer besser?
Nicht unbedingt. Eine niedrigere Aktienquote reduziert Schwankungen, kann aber die langfristige Rendite senken. Wer sehr lange vom Vermögen leben muss, braucht möglicherweise weiterhin einen relevanten Renditebaustein.
Die richtige Aktienquote hängt von der persönlichen Situation ab: Zeitraum, Entnahmehöhe, sichere Einkünfte, Risikotragfähigkeit und Flexibilität bei den Ausgaben.
Kann eine Monte-Carlo-Simulation das Risiko genau berechnen?
Nein. Eine Monte-Carlo-Simulation kann das Risiko nicht exakt vorhersagen. Sie hängt von Annahmen zu Rendite, Schwankung, Inflation, Korrelationen, Kosten und Entnahmen ab.
Sie ist trotzdem nützlich, weil sie zeigt, wie unterschiedlich mögliche Verläufe ausfallen können. Gerade beim Sequence-of-Returns-Risiko ist diese Bandbreite wichtiger als ein einzelner Durchschnittswert.
Zusammenfassung
Das Sequence-of-Returns-Risiko ist eines der zentralen Risiken in der Entnahmephase. Es beschreibt den Effekt, dass die Reihenfolge der Renditen über Erfolg oder Scheitern eines Entnahmeplans entscheiden kann.
Schlechte Börsenjahre zu Beginn des Ruhestands sind besonders gefährlich. Sie treffen das Depot, während gleichzeitig Geld entnommen wird. Dadurch schrumpft die Kapitalbasis, und spätere Erholungen wirken auf ein kleineres Vermögen.
Für die Planung heißt das: Durchschnittsrenditen reichen nicht aus. Wer aus einem ETF-Depot leben möchte, sollte mit Bandbreiten, Sicherheitsmargen und flexiblen Strategien arbeiten.
Cash-Polster, flexible Entnahmen und eine bewusst gewählte Asset-Allokation können das Risiko reduzieren. Eine Monte-Carlo-Simulation hilft, die möglichen Verläufe sichtbar zu machen und die Robustheit eines Plans besser einzuschätzen.
Ruhestandsplanung braucht keine perfekten Prognosen. Sie braucht ehrliche Annahmen – und einen klaren Blick darauf, was passiert, wenn die ersten Jahre schlechter laufen als erhofft.
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